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Kindly distraction?



Nachdem Tom geschlagene eineinhalb Stunden auf Bill gewartet hatte, stieg dieser endlich fertig gestylt die Treppe hinab. Er trug eine lässige Jeans, die trotz des Nietengürtels den Bund seiner schwarzen Boxershorts freilegte, ein schwarzes T-Shirt mit irgendeinem Aufdruck und sämtliche Ketten, Armbänder und Ringe. Seine Haare hatte er heute nur glatt geföhnt und seine Augen waren, wie gewohnt, von dicken schwarzen Barrieren umrandet. Tom hingegen hatte sich nicht mehr groß zurecht gemacht. Wie üblich trug er eine übergroße Baggy Pants, ein ebenso großes, schwarzes T-Shirt und nicht zu vergessen, eine seiner Basecaps, ohne die er ungern das Haus verließ. Er hatte sich nur noch schnell mit einer Wolke aus Deo umgeben und war seitdem startbereit, doch sein werter Zwilling hatte wie immer ewig gebraucht.

„Oh wow, du bist-“, mitten im Satz ließ Tom den Kopf hängen und fing gespielt laut an, zu schnarchen, was ihm Bill mit einem empörten Schlag auf den Hinterkopf quittierte.
„Können wir gehen?“, fragte Bill spitz und zog sich, ohne auf eine Antwort zu warten, Jacke und Schuhe an. Von Tom würde ohnehin nur eine provozierende Antwort folgen.
„Vielleicht willst du ja noch dein Make-Up aufbessern, ich weiß ja nicht.“, grinste Tom und legte freundschaftlich einen Arm um die Schulter seines Zwillings, während sie das Haus verließen. Er ärgerte Bill unglaublich gerne und zog ihn nicht selten mit seiner femininen Ader auf. „Ne Diva?“
„Ach, halt die Fresse.“, daraufhin schubste er Tom beiseite und lief grinsend voraus.
„Ins Factory oder in den Funpark?“, schrie Tom ihm noch hinterher.


Die beiden entschieden sich für den Funpark, weil dort immer recht lustige Stimmung herrschte, wie sie auch feststellten, als sie den besagten Club keine zwanzig Minuten später erreichten. Wie immer war er gut besucht, die Getränkebar war gerammelt voll und auch auf der Tanzfläche schien kaum noch Platz zu sein, um sich überhaupt noch bewegen zu können. Verständlich, dass hier so viel los war, wenn man einmal bezahlen, dafür allerdings soviel trinken konnte, bis man nicht mehr konnte oder einfach nach Hause musste.

Das Angebot nahmen natürlich auch die Zwillinge wahr, die sich die ersten Gläser sofort mit Wodka Energy füllen ließen, um schon mal warm zu werden. Sie suchten sich eine Sitzbank in der hintersten Ecke, von der man einen herrlichen Blick auf die herumwirbelnden Mädels auf der Tanzfläche hatte, was Tom natürlich direkt erstmal ausnutzte und dem ein oder anderen tanzenden Geschöpf viel sagende Blicke zuwarf. Als eines seiner zahlreichen Opfer tatsächlich anbiss und ihn schweigend zu sich auf die Tanzfläche forderte, ließ dieser seinen kleinen Bruder prompt alleine an dem Tisch sitzen und verschwand mit einem „Bis gleich“ auf die Tanzfläche zu der blonden Schönheit, die für Bills Geschmack einen Tick zu dünn war. Vermutlich war der Rest auch nur gepusht, denn er konnte sich kaum vorstellen, dass dieses abgemagerte Ding, wie Bill schätzte, Körbchengröße C hatte.

Wie auch immer. Keine zehn Minuten waren vergangen und schon hatte Tom ihn alleine hier sitzen lassen, da hätte er genauso gut zu Hause bleiben können. Ein Mädel war das Letzte, was er sich für diesen Abend suchen würde. Diese ganze Sache mit Xenia ließ ihn einfach nicht los, da konnte er nicht mit der Erstbesten, die ihm begegnete, flirten oder sie gar mit nach Hause nehmen, das war absolut nicht sein Fall.

Entweder er würde hier also versauern und warten, bis Tom vielleicht irgendwann zurückkam, ihm seine Eroberung mit dem Push-Up vorstellte und nach Hause wollte oder er würde Tom bescheid sagen und einfach jetzt schon wieder nach Hause gehen.
Da gefiel ihm die zweite Variante weitaus besser, weshalb er sein Getränk in einem Schluck leerte – eigentlich schade drum, soviel Geld für ein einziges Glas bezahlt zu haben – und im nächsten Moment aufstehen wollte. Allerdings machte ihm da ein Mädchen einen Strich durch die Rechnung, als es wie verfolgt angehetzt kam, sich, ehe Bill aus der Bank rutschen konnte, neben ihn warf und eine Cocktailkarte vor ihrem Gesicht aufklappte, um sich zu verstecken.
Als sie Bill sah, lächelte sie scheu und warf einen flüchtigen Blick hinter die Karte. Bill zog arrogant eine Augenbraue hoch und beobachtete sie kritisch. Was zur Hölle machte sie denn da?

„Was machst du da?“, fragte Bill schließlich abwertender als gewollt.
„Ich...“, das Mädchen wirkte sofort viel eingeschüchterter, als jene seinen Blick sah und ließ unbewusst die Cocktailkarte sinken. „Äh, hey...“, begann sie leise und wich Bills Blicken aus. „Weißt du...mich verfolgt die ganze Zeit so ein Typ. Der lächelt immer so pervers. Langsam wird’s echt unheimlich.“ Sie schaute nahezu ängstlich auf die überfüllte Tanzfläche und riss sich im nächsten Moment erneut die Karte vors Gesicht.
„Oh Gott, sag mir, dass er mich nicht gesehen hat.“
Bill musste sich zusammen reißen, nicht direkt loszulachen.
„Ahja, darf ich trotzdem kurz aufstehen?“, fragte er schmunzelnd, als sich ein stämmiger Kerl neben ihrem Tisch aufbaute. Das Mädchen neben ihm kniff panisch die Augen zusammen und hatte die Cocktailkarte mittlerweile über ihrem ganzen Kopf ausgebreitet.

„Was gibt’s?“, übernahm Bill dann schließlich doch das Wort und musterte den Typen fragend. Er sah weder wie ein Stalker aus, noch wirkte er irgendwie pervers auf Bill. So schlecht sah er nicht mal aus, er müsste sich vermutlich gar nicht mit dem Mädchen neben Bill abgeben und könnte sich jemand anderen suchen. Der Typ ignorierte Bill jedoch, nahm nur das Mädchen neben ihm in Augenschein, welches völlig verstört war und förmlich von der Cocktailkarte bedeckt wurde. Scheinbar hatte sie wirklich Angst vor dem Typen, weshalb sich Bill schließlich doch dazu erbarmte, ihr zu helfen.

„Mhmh, Freundchen.“, verneinte er und schüttelte grinsend den Kopf. „Die is mir.“, er deutete auf das Häufchen neben sich und legte zur Verdeutlichung noch einen Arm auf die Lehne hinter sie.
„Und warum versteckt sie sich dann?“
„So sieht das immer aus, wenn sie sich nicht für einen Cocktail entscheiden kann.“
Das Schnaufen des Typen, welches daraufhin folgte, war eine Mischung aus Verletztheit und Wut, was Bill mehr als Ekel erregend empfand.
„So kriegst du die Frauen aber nicht rum.“, angewidert drehte er sich von dem schnaufenden Ungetüm weg, welches sich kurz darauf auch wieder vom Tisch entfernte.

In dem Moment fing das Mädchen neben ihm herzlich an, zu lachen und hatte dabei leichte Schwierigkeiten, sich aus der ausgeklappten Cocktailkarte zu befreien. Und auch als sie das Ding los war, bekam sie sich noch immer nicht richtig ein.
Bill musste auch ein wenig grinsen, sie hatte ein wirklich ehrliches Lachen und so richtig hatte er sie sich noch gar nicht angeschaut. Für seine Verhältnisse schien sie verdammt klein zu sein, vielleicht um die 1,60 groß, ihre schmale Figur bedeckte lediglich ein grünes T-Shirt mit irgendeinem Schriftzug und ein knapper schwarzer Minirock. Dazu trug sie grüne Chucks, die sie heruntergeklappt hatte. Ihre hellblonden Haare, die ihr fast bis zum Hintern reichten, hatte sie offen über ihren Schultern hängen und ihr schwarzes Make-Up hob ihre strahlend blauen Augen extrem stark hervor. Bill gefiel dieser Stil, er passte ungemein zu ihrer Art, trotzdem wollte er endlich nach Hause, sich in sein Bett werfen und schlafen. Die letzten Tage hatten ihn extrem geschlaucht, er brauchte Ruhe.

„Na dann kann ich ja jetzt gehen.“, Bill stützte sich am Tisch ab und stand auf. Er war jetzt wirklich schon lange genug hier gewesen und hatte dem Mädchen neben sich, welches sich nun langsam aber sicher wieder zu beruhigen schien, sogar das Leben gerettet. Er hatte zumindest mehr vollbracht, als er sich vorgenommen hatte - jetzt konnte er definitiv gehen.
Doch er wollte das Mädel nur ungern von der Bank schubsen und ebenso wenig wollte er über den Tisch klettern, trotzdem musste er hier irgendwie rauskommen.
„Ich bin übrigens Annabelle.“, sie streckte ihm lächelnd eine Hand hin, die Bill wirklich nur flüchtig entgegen nahm.
„Gut, Annabelle, lässt du mich mal raus?“, fragte er so ruhig, wie möglich, was ihm nicht leicht fiel, da ihn diese Annabelle durchgehend zu ignorieren schien, wenn er weg wollte, was ihm allmählich auf den Geist ging. Zur Not müsste er sie doch schubsen.
„Wie heißt du denn?“
Bill zog scharf die Luft ein, er wollte nicht gewalttätig werden.
„Hör mal, ich will dich nur ungern hier raus schubsen, aber wenn-“
„Wieso solltest du mich auch schubsen wollen?“, sie lachte wieder, stoppte abrupt und schaute schließlich wieder verstohlen in Bills Augen. „Also? Wie heißt du?“
Bill gab es auf und stieg schließlich einfach über sie rüber, so groß war sie ja nicht. Dabei entging ihm allerdings nicht, wie sich ihr Gesicht leicht rot färbte, als sie ihm gezwungenermaßen auf den Hintern starrte. Sie senkte sofort verlegen den Blick.
„Also ich bin dann weg. Tschüss, Anna-Lena!“
„Annabelle.“, flüsterte die Blonde ein wenig enttäuscht, als Bill auch schon davon rauschte.

Bill machte sich erst gar nicht die Mühe, nach Tom zu suchen. Er würde ewig dafür brauchen und ehe er ihn mit der Gretsche auf dem Klo erwischte oder dieser Anna-Lena nochmal über den Weg lief, fuhr er lieber nach Hause, ohne Tom Bescheid zu sagen. Sein Zwilling würde schon merken, dass Bill nicht mehr da war.

Doch Tom hatte zurzeit eine ganz andere und weitaus bessere Beschäftigung, als Bill zu suchen. Zwar saß nicht Natalie vor beziehungsweise auf ihm, aber eine sehr hübsche Vertretung, die im Gegensatz zu Natalie ihre Chance nutzte und das so ausgiebig, dass Tom schon Bedenken hatte, dass sie es gleich auf der Toilette des Funparks treiben würden. Doch so tief wollte er beim besten Willen nicht sinken, die Toiletten waren wirklich der letzte Dreck, er ging hier schon so nicht auf Toilette und dann gleich dort vögeln? Absolut nicht.

Sie saßen auf einer Couch, sie, wie gesagt, über ihm und er hatte seine Hände schon direkt an ihrem flachen Hintern platziert und drückte sie immer weiter ein Stück auf sich drauf, während sie sich küssten. Nebenbei nahm Tom immer wieder einen erneuten Schluck seines bereits fünften Getränkes, welches durchaus schon seine Wirkung zeigte.
Lisa, so hieß die Blonde, die auch schon recht angetrunken und bereits bedenklich über ihm am Schaukeln war, drückte Tom immer weiter in die weiche Couchlehne und küsste ihn zunehmend intensiver und fordernder.

„Tom, du bist so geil.“, flüsterte sie und lächelte lüstern, als sie ihm vereinzelte, kleine Küsse auf dem Mund verteilte.
„Wollen wir zu mir gehen?“, fragte Tom viel sagend und trank sein Glas Wodka Red Bull in einem Zug leer, ohne natürlich den Blick von seiner Eroberung gleiten zu lassen.
„Ich...also, ich weiß nicht...“, sie stotterte leicht. „Wollen wir nicht eben auf Toilette und...“, sie nickte leicht in Richtung Toilette.
Tom verzog angewidert das Gesicht.
„Hab keine Kondome dabei.“, wisperte er und durchbohrte sie regelrecht mit seinem Blick.
„Aber ich.“, grinste sie und ließ ihre Hand unauffällig über ihre Handtasche gleiten.
„Aber sicher nicht Größe XXL.“, konterte Tom grinsend und zog das schmale Mädchen, welches kurz noch ihr Glas leerte, hinter sich her aus dem Club. Das mit der Kondomgröße war natürlich nicht ganz wahr, aber irgendwie hatte er sie ja aus dem Club lotsen müssen, schließlich wollte er sich keine Geschlechtskrankheit auf diesem versauten Klo zulegen, darauf konnte er gut verzichten.